Freitag, September 09, 2016

Mein Bekenntnis zum Buch #buchpassion



Die liebe Janine hat auf ihrem Bücher-und Literatur-Blog "kapri-ziös"zu einer Onlineaktion unter dem Motto #buchpassion eingeladen. In diesem Rahmen möchte ich Euch heute meinen persönlichen Werdegang in der Welt der Bücher erzählen. Angefangen hat bei mir alles in meinem fünften Lebensjahr, seit ich gelernt habe zu lesen. Von da an habe ich alles gelesen, was Buchstaben enthielt: Packungsbeilagen, Bedienungsanleitungen, Spielbeschreibungen. Ich war einfach fasziniert davon, selbst lesen zu können, nicht mehr jemanden fragen zu müssen, die Welt zu verstehen lernen. Gestartet habe ich neben Pixi-Büchern mit Comicheften, die ich einmal in der Woche bei meinem Onkel im Kiosk lesen durfte, selbstverständlich, ohne die Seiten zu verknicken oder zu zerknittern. Dann bin ich zu Büchern übergegangen, ich wollte mehr Text. Eines meiner ersten Bücher war „Leuchtturm Josefine“ von Karl Heinz Gies. Eine Geschichte, die ich geliebt habe und an die ich mich noch immer gerne erinnere. Damit war sie geboren, meine Buchpassion, eine Leidenschaft, die nicht immer einfach war, doch dazu später mehr. Nach den Schneider Büchern und Ravenburger Büchern mit Autoren wie Wolfgang Ecke, mit seinem Detektiv „Perry Clifton“, und Otfried Preußler, mit seinem „Räuber Hotzenplotz“ und all den anderen wunderbaren Büchern, bin ich zu Reihen übergegangen und ihnen verfallen Enid Blytons „Dolly“, „Das Nesthäkchen“ von Else Ury, „Försters Pucki“ von Magda Trott. Dann die Jungmädchen Bücher von Berte Bratt, aber zugegebener weise auch gerne die von meiner Mutter sogenannten „Schundromane“ von Denise, die Liebesromane und auch die Mystery-Reihe. Zur Verteidigung meiner Mutter sei eingefügt, dass auch sie ihre Roman-Heft-Reihen konsumiert hat. Manche Bücher waren allerdings durch meine Eltern verboten, so etwa die düsteren von Astrid Lindgren (Die Brüder Löwenherz), Krabat, Der kleine Hobbit. Was ich im Nachhinein etwas bedauere, so gehe ich wohl noch heute zögerlich an Fantasy Bücher heran und das Genre Horror spare ich
 ganz aus.






In andere Leben und Welten hinein träumen zu können, funktioniert für mich seit jeher am ehesten mit Büchern. Sie bringen mir Entspannung und lassen mich vor realen Problemen wenigstens zeitweise entfliehen (meistens). Hinsetzen und ein Buch zu öffnen ist für mich ein Weg, einen Blick in das Leben eines anderen, seine Gedanken und Gefühle zu werfen. Ich liebe es auch, dass die Bilder, die beim Lesen in meinem Kopf entstehen, vom Autoren erschaffen, bei jemand anderem ganz unterschiedliche Bilder und Gefühle erzeugen können. Ob ein Buch gefällt oder nicht ist ganz sicher auch immer stimmungsabhängig.

In meinem Heimatort gab es eine Buchhandlung „Die Bücherstube“ mit einem wahnsinnig lieben, kompetenten und sich Zeit nehmenden Buchhändler, der zuerst meine Eltern und dann mich selbst in meiner Buchauswahl beraten hat. Denn meinen Eltern war es wichtig, dass ich zu meinen Mädchenbüchern außerdem anspruchsvollere Bücher lese, natürlich meinem Alter angepasst, und so hat mich besagter Buchhändler sehr geprägt und meinen Buchverstand und mein Gefühl für Bücher und meine Lust auf Bücher mitgestaltet und dies über viele Jahre hinweg. Ich bekam Anne Franks Tagebuch und ähnliches zu lesen. Dafür bin ich meinen Eltern und auch der Bücherstube noch heute dankbar. Denn so wurde ich gleichzeitig geschichtlich und gesellschaftlich geschult.

Als ich sechzehn war ist dann mein Vater verstorben und das hat mich in ein tiefes Loch fallen lassen. Ich hatte zu nichts mehr Lust, auch die Liebe zu meinen Büchern war erst einmal verschwunden. Ich habe in dieser Zeit zwar hin und wieder ein Buch zur Hand genommen, doch konnte ich mich nicht konzentrieren, das nennt man vielleicht Leseblockade, ich nenne es jedenfalls so. Nach fünf Jahren und zwei erfolgten Ausbildungen stieg ich dann in meinen Beruf als Verwaltungsbeamtin ein. Meine Kollegen lasen viel und erzählten von ihren Büchern. So begann ich mich vorsichtig zurück in meine Bücherwelt zu begeben. Doch dieses Mal sollte es etwas komplett anderes sein. Ich wagte mich an ein Genre, das ich bisher gescheut hatte: dem Krimi und Thriller. So las ich dann Elizabeth George, die mich gleich wieder fesseln und in ihren Bann ziehen konnte, PD James, Deborah Crombie, Kathy Reichs, Patricia Cornwell und dann erneut auch wieder Romane wie Diana Gabaldons Schottland-Zeitreise-Saga, Maeve Binchys Irland-Romane, Gaby Hauptmanns und Hera Linds Frauen-Romane. Danach folgten dann natürlich die skandinavischen Krimis wie Mankells Wallander und Indridasons Erlendur, Anne Holt mit ihrer Kommissarin Wilhelmsen. So wurde ich wieder zur Vielleserin.

Im Jahre 2008 hat sich mein Leben dann erneut gewendet, ich bin nach Schweden gezogen – der Liebe wegen. Auch hier in meiner neuen Heimat begleiten mich wieder Bücher und seit gut 1 ½ Jahren bin ich eine Buchbloggerin. Diese Aufgabe erfüllt und erfreut mich und hat mir schon viele neue Bekanntschaften und Freunde gebracht, die ich nicht mehr in meinem Leben missen möchte. Bücher und Büchermenschen bereichern mein Leben.

Abwechslung ist mir noch immer immens wichtig beim Lesen, nur keine Langeweile aufkommen lassen, die Genre immer wieder wechseln, auch einmal neues ausprobieren, Sparten wie Autoren. Meine neuesten Entdeckungen sind Steam Punk und Dystopien, von denen ich mir wünschte, schon vorher von ihnen gehört zu haben. Nur um Horror Bücher mache ich nach wie vor einen großen Bogen, sie verschrecken mich mehr, als meine Thriller es je könnten. Lediglich Klassiker wie „Dracula“, „Frankenstein“ und „Der Golem“ habe ich gelesen, an einen Stephen King traue ich mich jedoch bisher nicht heran.

Das ist meine eigene kleine Lesegeschichte, die ich mit Euch teilen möchte; Bücher sind für mich ein wesentlicher Teil meines Lebens und ich möchte nicht mehr auf sie verzichten, eine kleine unterschwellige Angst, dass eine Leseblockade zurückkommen könnte ist allerdings noch da und um ihr vorzubeugen, versuche ich lediglich zu lesen, was mir Freude macht.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Anyah,
    was für ein schöner Beitrag und was für ein interessanter Leseweg! Leseblockaden kenne ich bisher nicht, hoffen wir mal, dass es dabei bleibt.
    Wenn Du jetzt in Schweden lebst: Fühlst Du Dich da inzwischen gut angekommen? Und liest Du mehr auf deutsch oder auf schwedisch?
    Ganz liebe Grüße,
    Frauke

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    1. Liebe Frauke, danke schön! Auf das Thema Blockaden wollte ich eingehen, um zu zeigen, dass man ihnen auch wieder entfliehen kann, schön, dass Du sie nicht kennst! Ja, ich bin hier angekommen, ich lese fast ausschließlich deutsche Bücher, da das Lesen für mich Entspannung bedeutet, bei den schwedischen Büchern habe ich immer das Gefühl, es handle sich um ein Schulbuch, das ich lesen muss, heißt keine Entspannung. Ganz liebe Grüße, Anyah

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  2. Liebe Anyah,

    vielen Dank für deinen Beitrag zu #buchpassion. x)
    Es macht mir so viel Freude, deinen persönlichen Werdegang zu lesen und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du nie wieder in so ein "tiefes Loch" stürzt und eine Leseblockade wünsche ich dir auch nie wieder! Warum solltest du auch andere Bücher lesen als solche, die dir Freude machen? Lesezeit ist Lebenszeit und da sollte sich niemand quälen müssen.

    Buchige Grüße,
    Janine

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    1. Danke liebe Janine, das hast Du sehr richtig und schön gesagt! Liebe Grüße, Anyah

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  3. Hallo Anyah,

    fast sind wir ja Namensvetterinnen :-)
    Danke für den tollen Beitrag zu Buchpassion. Ja, die Denise Romane, ich habe diese als Jugendliche auch verschlungen. Noch heut ab und zu kaufe ich mir Mystery und Mystery Thriller. Leider sind sie durch den Euro verdammt teuer geworden, was ich sehr schade finde. Auch das die Serie Denise eingestellt worden ist, finde ich eigentlich schade.
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Hallo Anja! Ja, diese Heftchen waren eine Lesephase bei mir und ich erinnere mich gerne zurück. Doch ich glaube, heute wären sie mir zu einseitig gestrickt, immer Highschool-Geschichten, die wären mir heute zu langweilig. Echt, sind die so teuer heute? Das ist wirklich schade ... Liebe Grüße, Anyah

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  4. Huhu,
    ja ich habe mir vor kurzer Zeit mal wieder ein Mystery Thriller geleistet - so für Freibad und co. Da habe ich ganze 5,70 gezahlt!! Waren zwar 3 in 1 Roman, aber trotzdem....

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